Ich weiß, dass viele beim Lesen hoffen werden. Dass sie sich wünschen, es möge gut ausgehen. Dass die Figur, die durch all das geht, am Ende belohnt wird. Dass es sich auszahlt – das Aushalten, das Durchhalten, das Hoffen.
Und ich verstehe das. Ich habe diese Sehnsucht selbst. Ich liebe Geschichten, die einen auffangen. Die zeigen, dass es sich lohnt. Dass das Licht ist – irgendwo.
Aber ich schreibe keine Märchen. Ich schreibe ein System, Strukturen, die echt sind. Abgründe, die nicht überzeichnet sind, sondern dokumentiert.
Ich schreibe Figuren, die niemand retten wird.
Nicht, weil ich nicht an Rettung glaube. Sondern, weil sie in diesen Geschichten selten vorkommt.
Viele werden sich ein Happy-End wünschen. Etwas, das tröstet. Etwas, das sagt „Es war schwer, aber alles ist gut.“
Doch ich schreibe anders. Ich schreibe, was passiert, wenn sich niemand kümmert. Wenn Verantwortung verwischt wird. Wenn das System so gut funktioniert, dass es alles Menschliche verschluckt.
Ich schreibe Fiktion – aber ich verschönere nicht.
Und ich weiß: Manche werden lesen in der Hoffnung, etwas heilen zu finden. Stattdessen werden sie sehen, wie etwas bricht – und nicht wieder zusammengesetzt wird.
Aber genau das ist mein Punkt:
Nicht jede Geschichte muss versöhnen. Nicht jeder Ausgang muss gut sein. Manchmal reicht es, wenn wir wirklich hinschauen.
Es ist keine Geschichte, die heilt. Aber vielleicht eine, die ehrlich genug ist, nicht so zu tun.

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